Mittelmeerkrankheiten (=Reisekrankheiten)

Unsere Tiere kommen aus Craiova im Südwesten Rumäniens. Unsere Schützlinge werden nur im Bedarfsfall und nicht grundsätzlich standartmäßig vor der Vermittlung auf Mittelmehrkrankheiten untersucht. Auf Wunsch kann dies jedoch natürlich veranlasst werden.

Sie erhalten hier die wichtigsten Informationen zu den sogenannten Mittelmeer- oder Reisekrankheiten im Folgenden. Darüber hinaus beantworten wir ihnen gern alle Ihre Fragen individuell und persönlich. Außerdem finden sie im Download Bereich noch ausführlichere Information.

Anaplasmose

Der Überträger der Anaplasmose ist die Braune Hundezecke. Der Erreger kommt in ganz Nord- und Mitteleuropa vor und ist auch in Deutschland weit verbreitet. Die Erreger dieser Krankheit sind Bakterien (Anaplasma phagocytophilum oder platys), die die weißen Blutkörperchen (Granulozyten) des Hundes zerstören und Blutgerinnungsstörungen verursacht. Die Inkubationszeit beträgt zwischen 2-20 Tagen.

Symtome sind meist Abgeschlagenheit, Fieber, Fressunlust, Muskelverhärtungen, Polyarthritis mit Gelenkschmerz, Gelenkschwellungen und Lahmheit sowie Gewichtsverlust. Typisch ist eine Abnahme der Blutplättchen (Thrombozytopenie) mit Neigung zu Blutungen, die in 80% der Fälle auftritt.

Die Behandlung erfolgt durch einen Tierarzt mit Antibiotikum.

Babesiose

Babesien sind weltweit vorkommende, einzellige Parasiten, die durch die Zeckenarten Auwaldzecke und der Braunen Hundezecke übertragen werden. Die Vermehrung der Parasiten geschieht in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten), die dadurch auch zerstört werden.

Nach anfänglicher Übelkeit und Appetitlosigkeit kommt es zu grippeähnlichen Symptomen mit hohem Fieber (bis 42°C) und Blässe der Schleimhäute. Es folgen Mattigkeit, rascher Konditions- und Gewichtsverlust, Anämie und Gelbsucht. Die Milz ist enorm vergrößert, in geringem Ausmaß auch die Leber. Chronisch kranke Tiere sind apathisch, schwach, abgemagert, mit vielfach nur vorübergehend ansteigender Temperatur. Diese Hunde sind deutlich anämisch, später werden auch die Nieren geschädigt, die Hunde setzen dann bräunlichen Urin ab.

Im Abstand von 14 Tagen wird vom Tierarzt des passende Medikament gespritzt.

Ehrlichiose

Ehrlichia canis ist ein zur Gruppe der Rickettsien gehörendes Bakterium, welches von braunen Hundezecken übertragen wird. Die Bakterien befallen die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und schädigen das Immunsystem schwer.

Schleichender Beginn: Mattigkeit, Leistungsschwäche, später Blutungen (z.B. Nasenbluten). Grippeähnliche Symptome, Fieber, manchmal Hautausschläge und Mattigkeit. Ohne die richtige individuelle Behandlung kann es bei infizierten Hunden zu Veränderungen in der Blutzusammensetzung mit Anämie, Blutungsneigungen und Infektanfälligkeit kommen.

Zur Behandlung wird Antibiotikum vom Tierarzt über 4 – 6 Wochen sehr hoch dosiert verabreicht. Zur Verstärkung der Therapie werden zusätzlich am 7. und am 21. Tag der Behandlung zusätzliche Medikamente gespritzt. Bei sehr schwer erkrankten Hunden sind Bluttransfusionen notwendig, um die Zeit zu überbrücken, bis der Organismus des Hundes ausreichend körpereigene Blutzellen bilden kann.

Filariosen

Herzwurm (Kardiovaskuläre Dirofilariose)

Verschiedene Mückenarten auf der ganzen Welt sind in der Lage, als Überträger zu fungieren. Der Lebenszyklus des Herzwurms ist wie folgt: Eine Mücke nimmt von einem infizierten Tier die Mikrofilarie auf. In der Mücke muss sich die Mikrofilarie zweimal häuten, um infektiös zu werden. Bis zur Entwicklung von infektiösen Larven dauert es ca. 2 bis 2,5 Wochen. Sobald die Mücke eine neue Blutmahlzeit einnimmt, infizieren diese Larven den neuen Wirt. Die jungen Herzwürmer dringen etwa 100 Tage nach der Infektion in das Gefäßsystem des Wirtes ein, wo sie bevorzugt in die Lungenarterien und ins Herz wandern. Es dauert dann noch einmal 5-6 Monate, bevor die weiblichen Makrofilarien (adulte Würmer) beginnen, Mikrofilarien zu produzieren und somit eine Herzwurminfektion manifest wird. Die Mikrofilarien werden dann ins Blut ausgeschwemmt und können erneut von saugenden Mücken aufgenommen werden.

Meist verläuft die Krankheit vollkommen ohne klinische Symptome. Bei sehr schwerem Befall sind die Tiere geschwächt – manche wirken müde und abgeschlagen.

Hautwurm (Kutane Dirofilariose)

Wie beim Herzwurm wird der Hautwurm durch Mücken übertragen. Der Hautwurm ist ein Rundwurm, der sich unter der Haut im Bindegewebe einnistet. Die Lebenserwartung des Hautwurms liegt bei etwa 6-8 Jahren. Solange können die adulten Weibchen Mikrofilarien gebären.

Meist verläuft die Krankheit vollkommen ohne klinische Symptome. Es können schmerzlose Knoten unter der Haut auftreten, die durch die Anwesenheit von Adultwürmern verursacht werden. Die Knoten können vorübergehend auftreten, denn die Würmer wandern durch das subkutane Bindegewebe. Häufiger verursacht eine solche Infektion juckende Hautreaktionen.

Fadenwurm (Acanthocheilonema reconditum)

Überträger dieser Filarienart sind der Hunde- und der Katzenfloh und vermutlich auch Läuse. Auch dieser Wurm nistet sich unter der Haut im Bindegewebe, in Körperhöhlen und in der Niere ein. Die Lebenserwartung des adulten Wurms liegt bei etwa 2 Jahren. Solange können die adulten Weibchen Mikrofilarien gebären.

Meist verläuft die Krankheit vollkommen ohne klinische Symptome. Es kann zu juckenden Hautveränderungen kommen.

Behandlung aller Filarien

Je nach Filarienart bzw. deren Lebenserwartung wird unterschiedlich lang therapiert. Die Behandlung der Filarien findet mit speziellen Spot-on Präparaten statt. Diese töteten die Mikrofilarien. Somit dient der Hund nicht mehr als „Erreger-Reservoir“. Die Therapie hängt aber immer vom Grad der Filariendichte ab, eine Dichtebestimmung muss also zwingend durchgeführt werden. Die jeweilige Behandlung wird vom Tierarzt individuell auf den Hund und die Schwere des Befalls abgestimmt.

Hepatozoonose

Die Hepatozoonose des Hundes wird von Protozoen (Hepatozoon canis) hervorgerufen und durch die Braune Hundezecke übertragen, die erst, wenn sie verschluckt oder zerbissen wird, zu einer Ansteckung bzw. Infektion führt. Die Prognose für erkrankte Hunde ist ungewiss und mangelhaft erforscht, da sich einige Hunde spontan erholen, andere aber verenden. Eine Infektionsgefahr für Menschen besteht nicht.

Symtome sind Fieber, geschwollene Lymphknoten, Anämie, Durchfall und Erbrechen. Muskelschmerzen treten auf, es zeigt sich eine Nacken- und Rumpfmuskelversteifung.

Für eine Therapie stehen derzeit keine spezifisch wirksamen Medikamente zur Verfügung. Bei Hepatozoonose positiven Hunden ist es sehr wichtig, dass sie gesund leben, gutes Futter bekommen und stressfrei leben. Oft hilft ein Hausmittel besser als chemische Produkte, die für Hepatozoonose positive Hunde kontraproduktiv sein können. In jedem Fall ist die Beratung eines Tierarztes notwendig.

Leishmaniose

Bei der Leishmaniose (Leishmania infantum) handelt es sich um eine parasitäre Infektionskrankheit, die sich zunehmend weiter ausbreitet (aktuell auch in Deutschland). Überträger ist die Sandmücke. Jeder kann infiziert werden, Menschen genauso wie Hunde. Eine Übertragung durch Hundespeichel kann man ausschließen, da sich in ihm keine weißen Blutkörperchen und keine Erreger befinden. Wissenschaftlich gesehen gibt es keinen nachgewiesenen Fall, bei dem sich Menschen durch Hunde infiziert haben oder ein Hund durch einen anderen Hund infiziert wurde. Im Wundsekret bei Leishmaniose positiven Hunden wurden die Erreger allerdings nachgewiesen. Somit besteht rein theoretisch die Möglichkeit der Übertragung. Die Erreger befinden sich beim Hund in den Zellen von Leber, Milz und Knochenmark und dort in den weißen Blutkörperchen (Leukozyten), die für den körpereigenen Schutz zuständig sind. Damit schädigen sie das Immunsystem.

Es kommt zu Teilnahmslosigkeit, Appetitverlust, Anämie, Schuppenbildung, Abmagerung. Später kommt es zu typischen Hautveränderungen an Ohren, Nase und Pfoten; es bildet sich eine Art Brille um die Augen, die Haare fallen aus, die Nase wird kahl und das Krallenwachstum ist stark vermehrt. Es können sich Ekzeme und kahle Stellen am ganzen Körper bilden. Innere Organe, besonders anfällig sind die Nieren, können im Spätstadium geschädigt werden, die Lymphknoten schwellen krankhaft an.

Für den Hund stehen zahlreiche therapeutische Verfahren zur Verfügung, die aber individuell, je nach Erreger, Konstitution, Alter und Hunderasse, eingesetzt werden müssen. Grundvoraussetzung in jedem Fall ist eine Stärkung und Stabilisierung des Immunsystems des Hundes. Tiere mit einem niedrigen Infektionstiter können ein symptomfreies Leben ohne Behandlung führen.

Leishmaniose positive Hunde gelten als chronisch kranke Hunde! Eine Kontrolle des Blutbilds sollte alle 3 Monate, eine Eiweißelektrophorese alle 6 Monate erfolgen.

Darmparasiten

Giardien

Giardien und Spulwürmer sind die am häufigsten vorkommenden Darmparasiten bei Hunden. Etwa jeder fünfte Hund ist bei uns in Deutschland mit Giardien infiziert. Die Befallshäufigkeit bei Welpen und Jungtieren kann dabei bis auf 70% ansteigen. Die Ausscheidung der Giardien ist wiederum die Hauptinfektionsquelle für die Verbreitung dieser einzelligen Parasiten. Im Darm vermehren sie sich durch Zweiteilung.

Das klinische Symptom einer Giardienbesiedlung des Dünndarms ist ein wechselhaft auftretender hartnäckiger Durchfall. Der Kot kann Schleimbeimischungen enthalten, gelegentlich ist er sogar blutig. Manchmal kommt es auch zu Erbrechen und Abmagerung.

Der Giardiennachweis erfolgt mittels schnell durchzuführender Laboruntersuchungen. Hierfür wird eine Kotprobe benötigt. Da Giardien nicht täglich dem Kot ausgeschieden werden, ist es sehr wichtig den Kot über drei Tage zu sammeln, und eine Sammelkotprobe zur Untersuchung abzugeben.

Sonstige Würmer

Hunde werden häufig mit Rundwürmern, wie Spul- und Hakenwurm, befallen. Darüber hinaus können auch verschiedene Bandwurmarten auftreten. Der beim Hund am häufigsten vorkommende Wurm ist der Spulwurm. Bis zu 30% aller Hunde in Deutschland sind mit diesem Parasiten infiziert. Bei Welpen liegt die Rate oft noch wesentlich höher. Die Infektion der Welpen erfolgt meist über die Muttermilch, kann allerdings auch schon in der Gebärmutter stattfinden. Auch mit dem Kot ausgeschiedene Spulwurmeier oder Larven können aus der Umwelt z.B. durch Schnüffeln und Lecken aufgenommen werden. Weitere Darmparasiten sind die Hakenwürmer. Die Infektion erfolgt entweder durch die orale Aufnahme der Larven oder indem sich die Larven durch die Haut des Hundes einbohren. Auch eine Infektion über die Muttermilch und durch den Verzehr von Mäusen ist möglich.

Anzeichen einer Wurminfektion können Müdigkeit und Appetitmangel, Entwicklungsdefizite und Abmagerung, aufgetriebener Bauch, Erbrechen (besonders nach Mahlzeiten), glanzloses Fell, Husten, nervöse Erscheinungen, mit Krämpfen oder Darmverschluss sein.

Der Nachweis erfolgt über eine Kotprobe und die Behandlung mittels Wurmkur wird dann vom Tierarzt entsprechend dem Befall angepasst.

Kokzidien

Bei Kokzidien handelt es sich um einzellige Lebewesen (Protozonen), die sich jede einzeln in eine Zelle der Darmwand ihrer Wirte bohren und deren Inhalt fressen, so dass die Zellen absterben. Gleichzeitig wachsen die Kokzidien und vermehren sich ungeschlechtlich durch Spaltung. Die Vermehrung erfolgt mit solcher Geschwindigkeit, dass schon in kürzester Zeit große Flächen der Darmschleimhaut vernichtet sind. Kokzidiose kommt bei Haustieren wie Hund, Katze und Kaninchen, aber auch bei Geflügel und Reptilien vor. Kokzidien sind hoch ansteckend. Die Infektion erfolgt auf verschiedenen Wegen, z.B. durch Schmierinfektion oder den direkten Kontakt mit dem Kot infizierter Tiere. Außerdem erfolgt die Infektion durch den Verzehr von infizierten Nagetieren (besonders von Mäusen). Aufgrund der verschiedenen Übertragungswege sind auch reine Wohnungstiere letztendlich vor einer Ansteckung nicht sicher.

Die meisten Kokzidieninfektionen werden von Hunden gut toleriert und bleiben ohne Symptome. Bei gesunden Tieren heilt eine Kokzidiose meist ohne größere Probleme aus (ein paar Tage mäßiger Durchfall). Nur Isospora kann die Ursache für schweren (evtl. blutigen) Durchfall sein, der nicht behandelt zur Schwächung und Austrocknung führen und besonders bei jungen oder schwachen Tieren schlimmstenfalls sogar tödlich enden kann.

Hat das Tier wiederholt (blutigen) Durchfall, sollte auf jeden Fall eine parasitologische Kotuntersuchung auf Kokzidien durchgeführt werden. Für ein sicheres Testergebnis ist es notwendig, Proben von verschiedenen Tagen (mind. 3 aufeinanderfolgende Tage) und unterschiedlichen Kotausscheidungen zu nehmen.

Lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt beraten, denn die Medikamente müssen in unterschiedlicher Dosierung und Länge verabreicht werden.