Floyd – Rüde, kastriert – ca. 4 Jahre – 50 cm, 20 kg – Standort: ab 23.10. in Lüdenscheid

Floyd wurde im Frühsommer 2020 abgemagert, dehydriert und orientierungslos im Dorf Afumati in Rumänien auf dem Land gefunden. Er lief einer Dame über den Weg, die immer wieder Hunde, und vor allem Welpen, rettet und aufpäppelt.
Für erwachsenen Hunde gibt es allerdings leider auf dem Grundstück der Familie keine Gehege oder Räumlichkeiten. Die einzige Möglichkeit, um Floyd dort zu sichern und für ihn zu sorgen, war ihm eine kleine Hütte zu geben und ihn an einen Baum daneben anzuketten….
Es war im September 2020 als wir Floyd zum ersten Mal persönlich kennen lernen konnten. Er sah besser aus als auf den Fotos, die die Familie zuvor geschickt hatte. Aber freundlich war er zu uns nicht… die Dame selbst konnte ihn anfassen, obwohl er auch dabei sehr aufgeregt war. Uns Fremde wollte er so gar nicht in seiner Nähe und das machte er auch mit bellen und knurren sehr deutlich.
Es tat mir sehr leid, denn er ist „mein Typ“ Hund, wunderschön, groß und schwarz-weiß. Er blieb mir im Kopf, obwohl ich zu der Zeit wenig für ihn tun konnte.
Er bekam schon bald eine Patin, die nicht nur seine Futterkosten deckt. Die liebe Karen machte sich ebenfalls viele Gedanken und machte sich ihr Wissen als Tierkommunikatorin zu Nutze. Sie kommunizierte mit ihm und wir erfuhren interessante Dinge.
Inzwischen gebärdete Floyd sich immer heftiger, und die Kinder der Familie hatten Angst vor ihm. Die Kette wurde etwas kürzer. Außerdem war er noch immer nicht kastriert worden, da zwei Versuche, ihn in eine Transportbox zu bekommen, scheiterten. Auch eine Impfung war nicht möglich.
Bei unserem Besuch im Juni 2021 nahm ich mir dann eine große Dose Nassfutter und 2 Stunden Zeit für Floyd. Meine „Spezialität“ sind eher die aggressiven Hunde, damit kenne ich mich ganz gut aus. Also war ich ruhig, freundlich, souverän und guter Dinge, das er mich akzeptieren und in seiner Nähe dulden wird. Es dauerte keine Stunde, und er legte sich neben mich und ließ sich streicheln. Die Situation war noch nicht entspannt oder stabil, aber die kurze Sequenz hat mir gezeigt, dass es für mich möglich sein wird ihn zu händeln. Eine wichtige Erkenntnis, denn wir planten ja im September wieder zu kommen, und dann mit mehr Zeit.
Gabriela, die die Familie betreut schaffte es ebenfalls sein Vertrauen zu gewinnen, doch mit der Dame allein schaffte sie es weiterhin nicht ihn in die Klinik zu bringen.
Bei unserem Besuch im September 2021 nahmen Micky und ich uns dann einen Tag Zeit nur für Floyd. Wir fuhren früh nach Afumati, Micky arbeitete unsere restliche „To-do-Liste“ ab, während ich mich zu Floyd setzte und siehe da, er erinnerte sich offensichtlich, denn es ging sehr viel schneller als beim letzten Mal. Nach zwei Stunden (natürlich mit mehreren Pausen) konnte ich ihn so festhalten, dass Micky ihm eine leichte Narkose spritzen konnte. So war es uns möglich, ihn stressfrei in eine Box zu legen und die lange Fahrt in die Stadt anzutreten. Dort angekommen, war er wieder hellwach. In der Klinik wurde er dann wieder richtig schlafen gelegt, geimpft und kastriert.
Am Abend haben wir ihn dann in den Shelter zu Dana & Bia gebracht. Viorel war davon nicht begeistert, denn er kannte ihn aus Afumati und hatte auch Angst vor ihm… man hatte wohl nicht damit gerechnet, dass wir es wirklich schaffen würden. Er bekam also eine kleine Einzelbox, da auch nicht klar war, ob er mit anderen Hunden verträglich sein würde.
In den folgenden 3 Tagen habe ich täglich viel Zeit mit ihm verbracht und ihm Dana & Bia vorgestellt. Beide waren ruhig und haben schnell gesehen, dass er kein Monster ist, sondern eigentlich ein sehr anhänglicher Hund. Gabriela kannte er ja schon. Und auch Viorel hat sich ein Herz gefasst und hat es irgendwie geschafft seinen Kennel sauber zu machen und ihn zu füttern.
An unserem letzten Tag habe ich dann ein Geschirr und ein Halsband mitgenommen und beides mit viel Ruhe und ein paar Trainingseinheiten angelegt. Dann sollte es raus gehen. Zuerst im Innenbereich des Shelters – wo die Gruppe der 8 Hofhunde frei leben. Er war sehr aufgeregt, hat viel geschnüffelt und ja, er findet andere Hunde nur so semigut….. wir sind dann raus, und eine kleine Runde außerhalb spazieren gewesen. Das hat super geklappt und Floyd konnte durchatmen. Er ging ohne Probleme an der Leine und (wir wollten ihn ja nicht überfordern) nach etwa 15 Minuten wieder zurück in den Kennel.
Nun wartet Floyd in seinem Kennel, bis er ausreisefertig ist und wir hier in Deutschland einen Platz für ihn finden. Die Frauen versuchen so oft wie möglich etwas Zeit bei ihm zu verbringen, aber raus kommt er nicht, da die Gefahr einer Beißerei zu groß ist.
Jetzt mag der ein oder andere denke, na toll… vom Regen in die Traufe… aber sind 5 m² Freiraum nicht besser als 1,20m Kette? Und er ist nun kastriert und geimpft, und hat damit die Voraussetzungen ab 22.10. reisen zu können.
Wir hoffen soo sehr, dass wir bis dahin einen Platz finden!! Wer uns unterstützen will, kann sich gern per PN bei mir melden. Floyd ist nach einer Eingewöhnungsphase bei Frauen freundlich und anhänglich, Männer haben es etwas schwerer… andere Tier sollten erst mal nicht in seinem direkten Umfeld sein, bis geklärt ist wie verträglich er ist.